Donnerstag, 14. Mai 2015

Ich bin gerührt...

... und nicht geschüttelt. Eigentlich müsste ich sagen "Ich habe gerührt". Vor allem an Tagen, an denen man vorher von irgendwem oder durch irgendwas geschüttelt wurde, keine schlechte Idee. Also das anschließende Rühren. Das führt nämlich allenfalls dazu, dass man selbst fast gerührt ist. Von dem, was durch das Rühren so entsteht. Wenn es gelungen ist, zumindest. Das vorherige Schütteln wird dadurch relativiert.

Klingt verwirrend? Jo! Aber letztlich ist es ganz einfach: Ich koche reichlich gern, finde langsam sogar Spaß am Backen. Und zwar nicht nur, weil ich ein großer "Gerne-Esser" bin. Allen Anmerkungen, wie "Das wäre mir ja nach der Arbeit aber zu stressig oder zu spät" zum Trotz, liebe ich es, in den Töpfen zu rühren, zu beobachten, wie ein Auflauf gratiniert, zu riechen, wie ein angehendes Gericht duftet. Selbst Kartoffeln schälen und Möhren schnibbeln, halte ich für eine Form der Meditation, die durch nichts übertrumpft werden kann. Vor allem eben, wenn das Ergebnis stimmt.

Es kommt sogar vor, dass es am Ende gar gilt: "Gerührt und nicht geschüttelt, aber auf Eis"... beziehungsweise "mit Eis". Zum Nachtisch...

Sonntag, 10. Mai 2015

Ich kauf mir einen Wackel-Dackel...

.... denke ich grad zumindest. Ich kanns aber auch erklären: Eigentlich ist es so, dass ich recht gern recht zügig fahre. Schnell von A nach B quasi. Natürlich nie oberhalb der vorgegebenen Höchstgeschwindigkeit ("hüstel"), aber Zeit zu verschenken, hat man ja auch selten. Gerade was letzteres angeht, denke ich grad allerdings an ein sogenanntes "Umdenken".

"Slow down" im Auto. Etwas, das möglicherweise einige Vorzüge mit sich bringt. Fährt man langsamer, hat man beispielsweise doch die Möglichkeit das "Drum herum" besser wahrzunehmen. Aktuell etwa dieses explodierende Frühlings-Frühsommer-Ding. Heute habe ich beispielsweise dollen Klatschmohn am Straßenrand bewundert, als ich mich mit kostbarer Fracht im Wagen langsamer fortbewegt habe, als üblich. Nicht so langsam, dass der Mensch im Wagen hinter mir wütend ins Lenkrad beißen musste, aber immerhin. Immerhin eben so, dass mir diese roten Blümchen aufgefallen sind. Erfreulicherweise.

Angst machen möchte ich mit meinem Vorhaben aber selbstverständlich niemandem. Ich möchte keiner dieser Dauer-Sonntagsfahrer werden, die jeden Menschen mit Terminen - so auch mich - zur wahren Weißglut treiben. Einen Hut lege ich mir also sicher nicht auf die Ablage über dem Kofferraum. Einen Wackel-Dackel werde ich mir aber wahrscheinlich zulegen. So einen, der herrlich gemütlich mit dem Kopf wippt, wenn ich nicht nur von hier nach da hetze, sondern auch das "Zwischendrin" aufnehme.

Der Dackel könnte mich bestens an mein Vorhaben oder meinen Vorsatz (wenn man denn dieses Wort benutzen will) erinnern: Droht dem kleinen Kerl ein Schleudertrauma aufgrund zu heftigen Wackelns wegen zu hoher Geschwindigkeit, geht's mit dem Fuß auf die Bremse... Entschleunigung....

Montag, 21. Juli 2014

Äpfelchen und Birnchen und so....

Es gibt da so eine Sache, die mich immer wieder zum Grübeln animiert. Weil ich es einfach nicht verstehe. Im Grunde ein schlichtes Problem und doch kann das Ganze ganz schön schlaflos machen. Es geht um eine simple These: Die Behauptung, man könne Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Eine Behauptung, die mich sogar rasend machen kann. Weil ich - wenn man einen entsprechenden Satz auch häufiger hört - das einfach nicht so stehen lassen kann!

Natürlich ist mir bewusst, dass es wahrlich hinkende Vergleiche gibt. Ich weiß auch, dass mir so mancher dieser "Hinkefüße" ebenfalls regelmäßig aus dem Mund rutschen. Aber was das alles mit diesen armen Obstsorten zu tun haben soll, bleibt mir ein Rätsel.

Immerhin gehören doch beide zu den "Kernobstgewächsen". Eine für mich zwar nicht unbedingt hübsche Bezeichnung für solch süße Früchte, dennoch sagt es aus, das sowohl Äpfel, als auch Birnen ein und der selben Art oder Gattung oder so angehören. Die Sache mit dem Vergleichen kann also gar nicht so falsch sein. Zumal beide sich recht ähnlich anfühlen, wenn man reinbeißt. Auch wenn die Birne vielleicht manchmal saftiger ist, als der liebe Apfel.

Ich persönlich würde sogar soweit gehen, Äpfel auch mit Bananen zu vergleichen. Der Apfel ist rund, die Banane krumm. Das eine Obst weich, das andere eher knackig. Man vergleicht doch auch Dinge miteinander, um deren Unterschiede herauszustellen. Also ich zumindest. Und zwar gerne!

Erdbeeren und Himbeeren gehen beispielsweise auch ganz gut: Von der Form her sind sich diese ja irgendwo schon ähnlich. Von der Süße her auch. Nur werden mir die Erdbeeren im Garten immer von Käfern weggefressen, die Himbeeren dagegen nicht.

Übrigens kann ich aber auch sowas, wie "Äpfel mit Äpfeln vergleichen"! Allerdings in Form vom Aprikosen. Weil mir heute etwas recht spannendes aufgefallen ist: Die Aprikosen, die ich jüngst noch in Südfrankreich auf einem Markt gekauft habe, waren um etwa 2/3 größer als die, die ich erst heut Mittag in Nostalgie-Stimmung im heimischen Supermarkt erstanden habe...

Um über die hiesige (nicht)-Größe der Früchtchen hinwegzukommen, werde ich mir wohl noch Äpfel, Birnen, Himbeeren, Bananen und Co besorgen müssen. Für einen Obstsalat. Danach ist mir grad nämlich irgendwie....

Samstag, 28. Juni 2014

Wer? Wie? Was?.....

Es dauert noch etwa 7,5 Monate bis zu einem - für mich zumindest - denkwürdigen Tag. Grob gerechnet. Rund 225 Tage bleiben also (ebenso grob gerechnet), um mich auf diesen Tag vorzubereiten. Den Tag, an dem ich 30 Jahre alt werden. Zugegebenermaßen gibt es unzählige größere Katastrophen und unermesslich Vieles, das spannender ist. Mich selbst stimmt die Aussicht auf dieses merkwürdige runde Zahlengebilde allerdings doch etwas nachdenklich. Immerhin habe ich dann rund 1/3 meines Lebens (wieder grob gerechnet. Zu mehr bin ich nicht gern fähig) hinter mir. Eine gute Gelegenheit also, um eine Zwischenbilanz zu ziehen. Denke ich zumindest. Klar weiß ich, dass viele, viele vor mir bereits dieses mir Kopf zerbrechende Alter erreicht haben. Und zwar verrückterweise ohne bleibende Schäden davonzutragen!

Trotzdem, gibt mir die Aussicht darauf Anlass genug, um wieder einmal "Sesamstraßen gerecht" vorzugehen. Wer bin ich? Wie bin ich? Was hab ich vor?  Wieso bin ich da, wo ich grad bin? Weshalb ist genau das passiert, was passiert ist? Und warum eigentlich?....

Klar, kann man diese fast schier unendliche Fülle an potentiellen Fragen kaum wirklich beantworten, aber so manchen Punkt finde ich dann doch spannend. Vor allem, weil ich grundsätzlich ein Mensch bin, der immer irgendein selbst auferlegtes Ziel verfolgt. In meinem Kopf existiert stets eine imaginäre To-Do-Liste, die abgearbeitet werden will. Und weil ich relativ ehrgeizig bin, ist diese Liste immer verknüpft mit einer Art "Zeitleiste", die mir genau sagt, wann ich wo ein Häckchen machen sollte.

Also frage ich mich derzeit, welche meiner Pläne sind bereits realisiert? Welche vielleicht sogar früher, als vorgesehen? Und welche muss ich zwangsläufig nach hinten verschieben oder sogar aufgeben?

Das Gute an der derzeitigen Analysearbeit: Sie lenkt von dieser drohenden "30" ein bisschen ab. Außerdem würde ich aktuell doch behaupten, dass man mit immerhin fast 30-jähriger Lebenserfahrung doch etwas gelassener geworden ist. Ich würde mich beispielsweise aktuell nicht schreiend auf den Boden werfen, nur weil sich der ein oder andere Wunsch oder Plan nicht pünktlich erfüllt. Nur dieses Sesamstraßen-Ding hab ich halt aus frühester Kindheit bis heute erhalten.

Wer? Wie? Was?..... Wieso? Weshalb? Warum?.... :-)

Freitag, 18. Oktober 2013

Hungrig...

Wer mich kennt, weiß, dass ich ziemlich gern esse. Und gern auch ziemlich viel. Nicht, als wäre ich ausgehungert, denn genießen kann ich schon. Wenn es mir aber schmeckt, will ich dieses Gefühl des Schmeckens unbedingt behalten. So lange es irgendwie geht eben. Zumindest für eine gewisse Zeit oder Jahreszeit. Jetzt, wo der Herbst dann doch da ist, kommen mir beispielsweise unglaublich viele passende deftige Gerichte in den Sinn. Eintöpfe, Kohlgemüse, fette Saucen....

Ich könnte mich jeden Tag darin suhlen. Im Sommer dagegen halte ich davon gar nichts. Schmeckt einfach nicht. Oder die Zutaten sind noch nicht so weit. Was sich aber kurz vor jedem Wechsel der Jahreszeiten bei mir zeigt, ist die Sehnsucht nach den jeweiligen Leibspeisen. Kaum sinkt das Termometer beispielsweise unter zehn Grad, kann ich die Erbsensuppe kaum erwarten...

Interessant ist außerdem, wie man Personen mit Nahrungsmitteln in Verbindung bringen kann. Ein Umstand, der sogar Jahreszeiten- oder Uhrzeit-Regelungen außer Kraft setzt. Trifft man beispielsweise jemanden, mit dem man jahrelang morgens Spiegelei-Brötchen  genossen hat, könnte man glatt auch um 17 Uhr nochmal frühstücken...

Sonntag, 25. August 2013

Maximale Strahlungswirkung

Eigentlich ist es verrückt. Ein bisschen zumindest. Wenn man darüber nachdenkt jedenfalls. Was ich meine sind entscheidende Millimeter. Nicht auf irgendeinem Maßband, sondern im Gesicht.
Genau hier entscheiden erstaunlicherweise kleinste Größeneinheiten darüber, welchem Gemütszustand man gerade nachhängt. Hebt man die Mundwinkel beispielsweise nur ein klein wenig an und sorgt dafür, dass die Augen mitziehen, wirkt man freundlich. Vielleicht sogar entspannt.

Andererseits kann man auch schnell den Eindruck erwecken, man denke angestrengt nach, sei traurig oder gar wütend. Melancholisch, verträumt oder gar zu Scherzen aufgelegt. Unglaublich viele Stimmungen liegen allein in der Mimik, unterscheiden sich tatsächlich allein nur durch wenige Millimeter.

Der frischgebackene junge Vater erkennt bei seinem Spross beispielsweise intuitiv, welcher Gesichtsausdruck für ein nahendes Bäuerchen steht. Und das, obwohl vor allem bei Neugeborenen wahrscheinlich nicht einmal von Millimetern gesprochen werden kann.

Besonders angenehm, wenn auch ab und an überraschend ist außerdem, dass man mit der persönlichen Gesichts-Millimeter-Arbeit auch andere anstecken kann. Sofern der Ausdruk authentisch ist, versteht sich.
Dann kann man mit maximaler Strahlungswirkung sogar große, grimige, schwarze Kanten vor imposanten Clubtüren ebenfalls zum Strahlen und damit aus der Facon bringen.....

Sonntag, 11. August 2013

Beflügelt

Zeitweise hab ich sie ganz genau gespürt. Am inneren Rand meiner Schulterblätter. Genau hier waren sie mit mir verwachsen. Meine Flügel. Riesig und mit stattlichen Federn versehen. Vor allem nachts, am Rande der Träume, ruhig ein- und ausatmend war ich mir ihrer Existenz mehr als sicher. Sicher, hinfliegen zu können, wo immer ich sein wollte. Auf der Stelle. Gedankenlos. Flugbereit.

Bis ich zu nah an eine Turbine geraten bin. Eine, die zu schnell drehte, als das ich noch hätte entkommen können. Eine, die mir nach und nach die leichten Federn entrissen hat, keinen Halt gemacht hat. Eine, die mich zu Boden gezwungen und mir den Überblick von oben verwehrt hat. 

Eine Erinnerung ist es, die momentan den Platz der Flügel eingenommen hat. Eine Erinnerung, die mich zumindest in Gedanken fliegen lässt, Mut macht, an neue Flügel zu glauben.

Manchmal kann ich das Kitzeln und Knistern an den Schulterblättern schon spüren...