Montag, 16. Januar 2012

Von Heuschrecken, Schafen, Hasen und Eisbären.....

Eigentlich habe ich kein Problem mit Tieren. Hunde, Katzen, Nager oder gar Reptilien finde ich viel zu interessant, als das ich mich einer Art Furcht hingeben könnte. Gleiches gilt sogar für Spinnen oder Insekten: ihr emsiges Weben oder zielgerichtetes Flitzen fasziniert mich.
Ganz anders ist das bei Ärzten, Schwestern und deren Helferinnen. Auch wenn die Mitglieder medizinischer Berufsgruppen sicherlich viel Gutes verrichten, will ich möglichst wenig mit ihnen, ihren Gerätschaften und vor allem ihren Spritzen zu tun haben. Zumindest solange es mir so gut geht, dass meine Phantasie noch vollkommen unbeeindträchtigt funktioniert. Meine jüngste Begegnung mit Krankenschwestern, Anästhesisten und Ärzten hat mich nämlich ziemlich verwirrt!
Nervlich am Ende, wie manche Dame, die eine Spinne findet, sollte ich mich auf der Station für ambulante Eingriffe melden, um einen ebensolchen über mich ergehen zu lassen. Nichts Großartiges für die Welt, für mich aber schrecklich, bewegend und einschneidend. Und zwar einschneidend nicht nur, weil eine OP immer auch mit einem Schnitt zu tun hat, sondern weil das Ganze auch meinen Blick auf so manches Tier verändert hat!
Ich weiß nicht genau, ob es an dieser winzigen Tablette lag, die mir eine Schwester gegeben hat, oder ob mein Gehirn selbst mich zur Beruhigung austricksen wollte. Während ich aber endlose "Jahre" darauf warten musste, dass "es" endlich losgeht, wurden die Krankenschwestern für mich mehr und mehr zu Schafen. Ob ihre weißen Kittel tatsächlich aus Wolle sind, kann ich nicht sagen. Angeguckt haben sie mich jedenfalls unglaublich sanft. So, wie man sonst nur junge, verschreckte Hasen ansieht. Ihr recht ruhiges "Blöken" hat mich sogar ein wenig beruhigt.
Eine Ruhe, von kurzer Dauer: Als mich zwei aus ihrer Herde in Richtung OP rollten, wollte ich eigentlich ausbüxen, fand mich aber in Windeseile in den "Händen" von grünen Heuschrecken wieder, die mich aus großen Augen anblickten und geschäftig an mir herumwuselten. Kaum fand ich mich in ihrer Obhut, wanden sich schon lange Kabel und Schläuche um mich. Während ein mit hellgrünem Gesicht versehenes Insekt, wissen wollte, wovon ich träumen möchte, jagte mir die andere hinterrücks einen Stachel in den Handrücken und legte mir eine Maske aufs Gesicht. "So leicht erledigen Insekten also einen Hasen", ist mein letzter Gedanke. Wie ich mich aus ihren Klauen befreien konnte, bleibt mir bis jetzt ein Rätsel. Vielleicht haben auch die Schafe geholfen. Denn bei ihnen bin ich wieder aufgewacht. Bei ihnen, die jetzt gar noch sanfter waren, als vorher. Nur die Nadel in meinem Handrücken wollten sie nicht entfernen. Schlafen solle ich. Bis der Chef kommt. Der Chef? Wer um alles soll den hier der Chef sein? Chef von Schafen wäre ein Hirte. Dass irgendwann ein Eisbär vor mir stand, hat mich dann doch überrascht. Dass dieser Chef mich nicht gefressen hat, ebenfalls. Vielmehr hat er den Schafen zugebrummt, dass ich in einer Stunde abgeholt werden könne. Abgeholt von meiner liebenswerten Glucke.
Jetzt hoffe ich nur, dass es lange dauert, bis ich die nächsten Heuschrecken oder Schafe zu Gesicht bekomme.....

Sonntag, 20. November 2011

Dies und Das von Frau zu Frau.....

Es gibt Tage, an denen eine Nettigkeit die Andere jagt. Meistens Tage, an denen man auf viele Menschen trifft, die irgendwas von einem wollen. "Dies und das war aber gut gelungen!.....Ach könnten Sie vielleicht....?", "Du siehst heute aber gut aus!.....Wenn du in die Stadt gehst, bringst du mir dann bitte Dies und Das mit?"oder "Toll, wie Sie sich engagieren.....Wüssten Sie nicht vielleicht, wie ich Dies und Das organisieren könnte?"... Manchmal kommt es mir vor, als wäre die gängige und von mir geschätzte Plauderei über das Wetter oder einfach "Dies und Das" komplett abgeschafft worden. Wahrscheinlich einfach, weil es sich ein wenig dämlich anhören würde, erst über Temperaturen zu schimpfen und hinterher eine dringende Bitte fallen zu lassen. Ob es weniger dämlich ist, aus Komplimenten oder Lob unehrliche Floskeln zu machen, die nur eine Gegenleistung verlangen, sei dahin gestellt.
Dementsprechend perplex bin ich immer noch, wenn ich an jüngstes Plaudern mit einer nahezu unbekannten Dame denke: Es ging zunächst um Dies und Das: Grippe-Symptome, Hausmittelchen gegen Halsschmerzen,  Probleme mit der Heizungsanlage und Stress in der Vorweihnachtszeit.... Ich war darauf gefasst, gleich darum gebeten zu werden, für sie in die Apotheke zu gehen, ihr meine warmen Socken zu überlassen oder ihr einen Tee zu machen.... Zu hören bekam ich allerdings nichts dergleichen. Nicht einmal etwas Vergleichbares. Kurz vor dem Abschied sagte die Frau einfach: "Sie sind mir irgendwie total sympathisch!" Ein kurzer Satz, der alle Viren oder Bakterien, die im Laufe der Unterhaltung von der erkälteten Dame auf mich gerpungen sind, sofort unschädlich gemacht haben muss. Für den Rest des Tages ging es mir einfach "ehrlich gesagt" ziemlich gut.
Ähnlich, wie nach der Begegnung mit der Verkäuferin in der Pommes-Bude: Currywurst und Pommes standen  fertig auf der Theke, ich hatte bezahlt und nicht einmal Trinkgeld gegeben, als diese nette Dame, mir nicht einen guten Appetit wünschte oder mir "einen schönen Tag noch" entgegen murmelte, sondern einfach meinte: "Sie sind aber hübsch geschminkt!"... Ein Satz, der mich ziemlich aus der Fassung gebracht hat... Weil er mich unvorbereitet getroffen hat....
Quasi, als alles gesagt war und ich einfach schnell essen wollte. Letztendlich hab ich mir dabei ein bisschen mehr Zeit genommen. Und letztendlich hab ich Lust öfter in diese Pommes-Bude zu gehen. Und letztendlich mag ich Tage mit weniger, aber dafür ehrlicheren Nettigkeiten...

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Lalala.....Lasst mich bloß nicht in Ruhe....

Manchmal gibt es Tage, die hätte man schon im Vorfeld unter ein bestimmtes Motto stellen können. Thema des heutigen Tages ist in meinem Fall eindeutig die Musik! Und das, obwohl ich heute Morgen noch dachte, der Tag würde eher bereits "Weihnachten" gewidmet. Diverse Telefonate zielten schließlich schon kurz nach den ersten Kaffeeportionen darauf ab. Nikolausmärkte und festliche Paraden waren Programm. Außerdem hätte ich zu gern Lebkuchen gegessen....Oder Baumkuchen...Oder Marzipan....

Inzwischen weiß ich allerdings, dass es die Musik ist, die meinen heutigen Tag bestimmt. Verschiedene Stücke, Neuigkeiten oder gar Instrumente werden mich definitiv begleiten, bis ich irgendwann gegen Mitternacht meine Augen zum Schlafen schließe. Das Konzert einer neuen Band, ein ganzes Festival für eher "hartgesottene" Headbanger und der TV-Auftritt regionaler "Rocker" beschäftigten mich heute schon bis zum Mittag. Mehrere E-Mails und einige Gespräche dazu sind bereits ausgetauscht und geführt.

Nebenher läuft natürlich das Radio, das ich immer wieder lauter stelle, wenn mir ein Song besonders gefällt. Ich will schließlich ein aufmerksamer Zuhörer sein und damit würdigen, was mir andere in die Ohren legen.

Es ist ja immerhin so, dass Musik einige Dinge einfacher machen kann. Man könnte beispielsweise meinen, dass mich die Informationsflut des Vormittags bereits müde gemacht hätte. Vielmehr setzen mich die verschiedensten Töne aber regelrecht unter Strom, lassen mich - je nach Titel - außerdem  kurz zur Ruhe kommen, animieren mich zum Mitsingen (auch wenn das besser niemand hören sollte) und bringen mir Ideen für viele andere Dinge. Es wäre also eigentlich nicht schlecht, wenn die Musik viele, viele weitere Tage bestimmen würde. Allzu schwierig wärs sicher nicht...... Klänge, Töne, Melodien, Liedtexte tauchen schließlich überall auf. Auch an Weihnachten natürlich. Und selbst ein Stück Marzipan (gern in Kugelform) zergeht auf der Zunge, wie "Die kleine Nachtmusik" von Mozart....

Also: Lalala....Lasst mich bloß nicht in Ruhe mit der Musik...

Dienstag, 18. Oktober 2011

Quoten sind Zahlen und Zahlen mag ich nicht....

Es gibt Einschaltquoten, Gewinnquoten, Arbeitslosenquoten und wahrscheinlich 1.000 andere Formen von Quoten. Wenn es nach einigen Damen ginge, bald sogar gesetzlich vorgeschriebene Frauenquoten.
Zuwider ist mir persönlich allerdings jede einzelne dieser Quoten-Arten. Einfach, weil Quoten viel zu viel mit Zahlen zu tun haben. Zahlen waren noch nie meine Freunde. Auch wenn ich Mathe noch ins Abi nehmen musste und tatsächlich ein wenig glänzen konnte, habe ich mein Studium kurzerhand abgebrochen, als die Belegung des Statistik-Kurses zur Pflicht wurde. Wie sollten ich dann also Quoten lieb gewinnen???
Zumal ich den Sinn von Quoten immer noch nicht verstanden habe....

Die Einschaltquoten von „Das Supertalent" sind beispielsweise nicht schlecht. Man sollte meinen, man muss dieses Casting-Format unbedingt gesehen haben, um nichts zu verpassen. Ich habs verpasst. Schlecht geht es mir deswegen allerdings nicht.

Rund um das Thema der „Gewinnquoten" drehen sich wahrscheinlich verschiedenste hochkomplizierte Doktorarbeiten. Möglicherweise sogar solche, die nicht unter Plagiat-Verdacht stehen. Beschäftigt habe ich mich mit diesen Dingen allerdings ebenfalls noch nicht. Jedenfalls konnte ich noch nie einen Gewinn der Gewinn-Quote zuordnen.

Auch die Arbeitslosenquote ist für mich eine „nackte" Zahl, die man viel zu sehr verfälschen kann, als das sie unbedingt und zweifelsfrei glaubwürdig sein könnte. Menschen in Arbeitsbeschaffungs-Maßnahmen werden beispielsweise nicht mitgezählt. Da sie sich allerdings während dieser Maßnahme erst Arbeit „beschaffen" sollten, vergaß der Statistiker. Was, wenn die Maßnahme beispielsweise nicht fruchtet? Ich selbst musste mich - dem Himmel oder wem auch immer sei Dank - auch mit diesen Quoten bislang nicht aus persönlichen Gründen beschäftigen.
Aber: seitdem ich zur Quote der arbeitenden Bevölkerung gehöre, arbeite ich in meiner Abteilung „allein unter Männern". Zudem bin ich auch noch das jüngste (nicht-)Glied in der Runde. Eigentlich eine ganz gute Konstellation für mich. Ich bin beispielsweise immer die Beste, weil eine andere gibt es hier nicht. Dass das Mädchen grundsätzlich Kaffee machen muss, habe ich inzwischen einfach geändert. Jetzt macht meist derjenige die Heißgetränke, der gar keinen Kaffee mehr trinkt. Ich klopfe dafür lieber schonmal den ein oder anderen „dummen" Spruch. Kurzum: Dass ich die einzige bin, die dem weiblichen Geschlecht angehört, fällt mir eigentlich kaum mehr auf. Zumindest nicht im negativen Sinne.

Wenn mir diese Tatsache allerdings Tag für Tag auffallen würde, hätte ich vermutlich nicht den Spaß am Job, den ich letzten Endes doch habe. Einfach, weil ich unglücklich wäre, hätte man mich rein als „Quotenfrau" eingestellt. Was ich will und wollte: Leistung zeigen, bringen und mich sicherlich ab und an auch mal fordern lassen. Ich will schließlich unter keinen Umständen eine Zahl sein. Kein „Nummern-Girl", sondern: einfach die Nixdorf. Oder meinetwegen auch einfach nur Nixdorf. Wäre es nämlich nach meinen Eltern gegangen, wäre ich übrigens ein „der Nixdorf" geworden....

Mittwoch, 10. August 2011

Schwingungen.....

Irgendwie kommt es relativ häufig vor, dass ich einfach "losplapper" und von mir gebe, was mir grad durch den Kopf schießt. Manchmal bringt so etwas mein Gegenüber zum Stutzen. Ab und an rege ich damit gar zum Nachdenken an. Nicht selten sorgt dieses "Ausspucken" außerdem für großes Gelächter unter meinen Zuhörern.

Zuletzt machte mein Satz "Ich mag halt Schwingungen im Hintern" beispielsweise gute Laune. Einfach so. Zumindest für den Moment (und je nachdem, wer das hier liest, folgt sogar noch ein kurzer Moment mit Lächeln im Gesicht... :-)...).

Vielleicht, weil es wirklich wahr ist und dieser "Spruch" einen echten Kern hat?! Ich mag halt "Schwingungen im Hintern"! Schwingungen oder auch Impulse, die eine Schwingung oder einen Impuls von mir selbst hervorrufen... Weil ich so ich selbst und damit eine "impulsive Nixdorf" sein kann....

Montag, 25. Juli 2011

Schall und Rauch .... oder was?

Es kommt immer wieder vor, dass ich Menschen begegne, die behaupten, Namen seien "Schall und Rauch". Jeder könne demnach jeden x-beliebigen Namen tragen. Einfach so. In der Namensgebung der Eltern läge also kein Sinn. Wochenlanges Nachdenken, Durchstöbern von Listen und endlose Diskussionen wären somit hinfällig. Und trotzdem fallen mir zu den verschiedensten Vornamen, die merkwürdigsten Assoziationen ein.

Wie eine Michaela beispielsweise auszusehen hat, ist in meiner - manchmal zugegebenermaßen sehr engen - Stirn fest verankert. Ein Thomas ist für mich immer lustig, eine Anna hat stets etwas sehr Mädchenhaftes. Sogar, wenn ich eine Anna meine, die inzwischen schon über 80 Jahre alt ist. Manchmal kann ein solch störrisches Bild sicher auch gemein sein. Wenn ich beispielsweise behaupte, ein Hermann sei immer bockig, ist das wahrscheinlich zu subjektiv und grundsätzlich schlichtweg falsch. Auch wenn ein Kollege schimpft, die Brigitten dieser Welt seien alle anstrengend, greift er damit wohl ein bisschen zu weit um sich.
Liegt das allein, an eigenen Erfahrungen oder steckt viellleicht doch mehr dahinter? Was würde man mit einer "Ramona" in Verbindung bringen? Wenn ich den Namen nachschlage, steht da was von "Richterin" oder gar "Beschützerin"..... Pffffff......

Freitag, 22. Juli 2011

Höhenflug

"Wenn man ganz weit oben ist, kann man auch tief fallen",
sagen die, die niemals abheben.
"Wenn die Luft zu dünn wird, kann man nicht atmen",
behaupten die, denen stets Sauerstoff fehlt.
"Wenn man sich von der Sonne blenden lässt, kann man nichts sehen",
denken die, die nie Licht gesehen haben.
"Wenn man sich der Grenze der Atmosphäre nähert, treibt man ab ins All",
meinen die, deren Hand nie von einem Engel gehalten wurde.

Ich hebe ab und weiß, dass Wolken mich fangen können.
Ich atme stetig, weil die Luft so rein ist hier.
Ich sehe, weil die Sonne mir Licht macht.
Ich kann auf keinem Höhenflug verloren gehen, denn ein Engel hält mich.